“Macht der Gedanken” – SWR Dokuserie Teil II


Gestern war es dann wieder soweit. Teil II der SWR Dokuserie verpflichtete sich ganz dem Thema Hypnose: immer tiefer in Trance.

Wolfgang Künzel alias „Alexander Cain“, Leiter der einzigen Hypnoseakademie Deutschlands in Arnsdorf / Niederbayern gab sein Wissen zum Besten.

Nachdem er 30 Jahre lang als Showhypnotiseur auf Bühnen unterwegs war, widmet er sich heute voll und ganz der Weitervermittlung seines Erfahrungsschatzes und bildet Schüler aus.

Wir durften in Auszügen live dabei sein, wie 8 Personen, ausnahmslos Männer vorwiegend älteren Semesters, bei einem 3 Tage-Seminar in die Kunst der Hypnose eingeweiht wurden.   Die Motivation der Teilnehmer beschränkte sich im Großen und Ganzen darauf, dass man im bisherigen Leben Anerkennung und Ansehen vermisste und deswegen auf der Suche nach einer Beschäftigung war, die das Defizit endlich ausgleichen würde. Was könnte es dazu Besseres geben als die Perspektive mit dem Erlernten für schlappe 900.- Euro die Showbühne betreten zu dürfen. Äußerst verständlich.

Erstaunlich schnell konnte das neue Wissen in die Praxis umgesetzt werden und man konnte zusehen, wie ein Mensch in nur wenigen Minuten in Trance verfällt. Dazu wurden einige Methoden vorgestellt, wobei der Meister immer wieder betonte, dass man nur den richtigen Moment treffen müsse, in dem  der Zugang zum Unterbewusstsein geöffnet sei, um eine Suggestion zu hinterlassen, die zur Trance führe.

Eine Demonstration nach der anderen folgte, natürlich auch mit Fremden und schließlich auf der großen Showbühne einer Diskothek.

Was zu beweisen war, wurde damit gezeigt, es funktioniert. Der Mensch, der immer dachte, er hätte einen freien Willen, wurde eines Besseren belehrt. In gewohnter Vorführmanier konnten sich die in Trance Versetzten bei entsprechender Suggestion nicht mehr an die gängigsten Dinge wie zum Beispiel den eigenen Namen  erinnern oder sie mutierten zu Clowns, die alles taten, was man ihnen vorgab.

Wieder befreit aus dem Zustand der totalen Manipulation, konnte sich niemand an das eigene ferngesteuerte Verhalten erinnern, echt erstaunlich.

Der große Lehrmeister sorgte für Aufklärung, wobei ihm sehr wohl bewusst ist, dass er mit seinem Können unendlich viel Macht besitzt. Trotzdem kann jeder von ihm lernen, auch wenn er davon überzeugt ist, dass man mit seinen Methoden sehr großen Schaden anrichten kann.

Er versucht seine Lehrtätigkeit demzufolge damit zu rechtfertigen, dass er sich wie ein Fahrlehrer sieht, der nach bestandenem Führerschein eines Fahrschülers auch nicht garantieren könne, dass derjenige im Anschluss 10 Menschen tot fährt.

Bei einer derartigen Einstellung würde man sich zwar schon eine gewisse Vorselektion wünschen, wenn es um die Ausbildung zum Hypnotiseur geht, aber so wie es sich verhält, scheint da doch der finanzielle Gewinn etwas im Wege zu stehen. Wer verzichtet schon gerne auf 900,- Euro, nur um Verantwortung zu übernehmen.

Schließlich gab es zum Schluss der Sendung noch den gut gemeinten Rat an die Zuschauer, dass sie sich nicht von einem Fremden hypnotisieren lassen sollten.

Da war ich dann doch etwas verwirrt, denn in mehr als der Hälfte des Beitrags ging es darum, dass das neue Können an Fremden ausgetestet wurde, die sich zur Verfügung stellten.

Ferner würde ich mal behaupten wollen, dass die allerwenigsten Menschen einen Showhypnotiseur zu ihrem Bekanntenkreis zählen können. Also, was denn jetzt?

Mein Fazit: Finger weg !!!

Mehr zum Thema Hypnose gibt es hier:

Linkverweis zum internen Beitrag „Macht der Gedanken – SWR Dokuserie Teil I“:

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