Esoterik Aussteiger !


Im Esowatch Forum gibt es einen Thread zum Thema: „Aussteiger“.

Dort steht in der Einleitung geschrieben:

„Aussteiger haben es nicht immer leicht; sofern sie selbst mal „Täter“ waren, gibt es womöglich noch Spuren in Büchern, im Netz, in Prospekten. Der ganze Ruf, die Persönlichkeit, nicht selten auch handfeste wirtschaftliche Zwänge sind ans jahrelang aufgeplusterte Eso-Image gebunden. Nicht selten ist bei Aussteigewilligen die Verlockung eines „Höheren Selbst“ so groß, dass es trotz drängender Skepsis kaum gelingt. Es ist eine SUCHT! Steigt der Zweifler tatsächlich konsequent und unwiderruflich aus, verliert er Ansehen und Freunde.

Was kann man tun?“

Als Lösungsvorschlag wurde dazu folgendes genannt:

„Aus ColinGoldners Buch „Psycho“, Kapitel 6 „Was tun?“ (verkürzt):

-Keine weiteren Ab- und Umwege

-Hilfreiche Literatur

-Solidarische Unterstützung

-Kontakt- und Informationsstellen“

Ich bezweifle in keiner Weise, dass die Gedanken, die man sich  hier gemacht hat, gut gemeint sind. Trotzdem muss ich es als Pauschalurteil sehen, dem ich persönlich in einigen Aspekten widersprechen muss.

Ich hatte noch nie ein aufgeplustertes Image weder vor – während – oder nach meiner Zeit als Esoteriker. Ich wollte Menschen helfen, bzw. sie auf einen Weg bringen sich selbst helfen zu können. Ich war „Täter“, daraus habe ich nach meinem Ausstieg auch nie ein Hehl gemacht, ganz im Gegenteil, ich habe immer darauf verwiesen, dass ich mich in der Szene sehr gut auskenne und deswegen einiges dazu berichten kann. Deswegen haben mich Spuren aus meiner Vergangenheit auch nicht weiter tangiert, denn ich bin vollkommen offen damit umgegangen.

Mein eigener Ausstieg vollzog sich schrittweise, nachdem bei mir die ersten Zweifel aufkamen, die mich dazu veranlassten immer mehr zu hinterfragen.

Es war für mich eine Befreiung; somit habe ich weder meiner Vergangenheit, noch einem „Höheren Selbst“ eine Träne nachgeweint. 

Ich konnte und wollte mit damaligen Freunden aus der Szene auch nicht mehr umgehen, denn ich wusste genau, dass es nichts mehr bringen würde, sondern nur belastend wäre. Ich habe jedem von meinem Gesinnungswandel erzählt, wobei ich in der Regel auf Unverständnis gestoßen bin.

Im direkten Anschluss an meinen Ausstieg habe ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie man Esoterikern helfen könnte, es auch zu schaffen. Da mir meine eigene Erfahrung gezeigt hat, dass es nicht so funktioniert, wie wenn man das Rauchen aufhören will, indem man von heute auf morgen keine Zigaretten mehr anrührt, musste es ein Schritt, eine Art Einstieg zum Ausstieg sein, der Sinn macht.

Somit sind meine ersten Bücher (ebooks) entstanden, die auch heute noch ihre Berechtigung haben.

Ich konnte damit keinen eingefleischten Esoteriker vom Weg abbringen, aber ich konnte damit Esoterikern helfen, die bereits Zweifel spürten und die sich bei mir auch für die neue Perspektive bedankten.

Desweiteren wurde ich öfter nach Literatur gefragt, die ich zu dem Thema empfehlen könne. Da ich Colin Goldner für seine Aufklärungsarbeit sehr schätze, habe ich ihn auch immer wieder empfohlen.  Dazu erhielt ich jedoch meist Ablehnung, weil er von „angehenden Aussteigern“ als zu dogmatisch gegen jeglichen Funken von Glauben vorgeht.

Dies bestätigte mich wiederum in meiner Annahme, dass der Schritt vom Esoteriker zum Atheisten selten mit einem Schub zu bewerkstelligen ist.

Solidarische Unterstützung habe ich gar nicht erfahren, selbst als ich bereits sehr viele kritische Texte über die Esoterik-Szene veröffentlicht hatte –  wohlgemerkt immer unter meinem Real-Namen –  wurde ich von anderen Kritikern mit großer Vorsicht oder auch Ablehnung bedacht. Es gab nur Leute, die mir unterstellten, dass ich immer noch esoterisch verbandelt sein müsste, aber niemanden, der mich offen danach fragte, wie ich es geschafft hätte  oder ob ich irgendwo noch Unterstützung bräuchte. 

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass ich von bestimmten Seiten viel mehr anhand meiner Vergangenheit beurteilt werde, als über meine aktuellen Aktivitäten, die  schon länger Bestand haben.

Mir bleibt dabei jedoch immer noch verborgen, wie jemand annehmen kann, dass ich nach wie vor mit esoterischen Methoden arbeite, obwohl jeder potentielle Klient von mir sehr schnell übers Internet feststellen würde, dass ich Dementsprechendes massiv kritisiere.  Als Mischkonzept finde ich ein derartiges Verhalten nicht nur ausnehmend dumm, sondern äußerst kontraproduktiv. Warum sollte ich mir die ganze ehrenamtliche Arbeit machen und Blogbeiträge schreiben, die die Esoterik kritisieren, wenn ich an Esoterikern verdienen würde ???

3 Gedanken zu “Esoterik Aussteiger !

  1. Pingback: Esoterik-Aussteiger « ADS/ADHS Chaos im Kopf

  2. Ich lese hier unter anderem, dass jemand von der Esotherik zum Atheismus gefunden hat. Diese Verbindung ist ein Unsinn. Esotherik hat zwar in erster Linie mit „Glauben“ und nicht mit „Wissen“ zu tun, wie von gläubigen Esotherikern gern behauptet wird, allerdings hat Esotherik nichts mit religiösem Glauben zu tun. Religiöser Glaube setzt einen Gott (oder mehrere Götter) voraus. Esotherik bedarf keines Gottes, liediglich eines Gurus, eines Mediums und einer gläubigen Anhängerschaft.
    Ein Esotheriker kann also durchaus gleichzeitig ein Atheist sein, da er für die Ausübung seiner „Glaubenspraktiken“ keinen Gott benötigt.
    Ein Esotheriker, der gleichzeitig gottesgläubig religiös ist, kann auch Atheist werden, wenn er sich von seinem religiösen Glauben distanziert, das allerdings hat dann mit der Esotherik nichts zu tun. Klare, logische Gedanken
    und Aussagen sind angebracht, besonders dann, wenn man sich zu solchen Phantastereien wie Esotherik äußern will.

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