Hat Waldorf Narrenfreiheit ? – Teil II


Liebe Leser,

Je mehr ich mich mit dem Thema Waldorf beschäftige, desto wichtiger sehe ich die Aufgabe kritische Informationen für Eltern zur Verfügung zu stellen , die vor einer Schulwahl stehen.

Die neusten Informationen, die mir übermittelt wurden, machen regelrecht sprachlos.

Man stelle sich ein Kind vor, dass einen besonderen Förderbedarf hat und deshalb eine Waldorfschule, die genau dafür wirbt geeignet zu sein, besucht. Zudem ohne Schulgeld, weil die elterlichen Verhältnisse es nicht erlauben dafür zu bezahlen.

Welch menschliche Größe, die sich einerseits darin zeigt, dass man einen Rahmen anbietet, den es staatlich angeblich nicht in entsprechender Weise für besondere Kinder gibt, und andererseits darin, dass man auf Geld verzichtet, das man als Privatschule aber eigentlich braucht.

Leider kann jedoch diese noch so schöne Vision von einer optimalen Schule auch zum absoluten Alptraum werden, wenn die Schule eine unerwartete Kündigung des Schulverhältnisses ausspricht, was  zur Folge hat, dass das  Kind für keine andere Schule Eignungen mitbringt, die für eine weitere schulische Laufbahn erfolgversprechend sein könnten.

So geschehen in  einem Fall an der Waldorfschule Engelberg in Winterbach-Engelberg, Landkreis Esslingen.

Die Mutter des Kindes wandte sich an einen Rechtsanwalt, der wie folgt darüber berichtet:

„Es geht um ein vierzehnjähriges Schulkind, das die genannte Waldorfschule seit sieben Schuljahren besucht. Unsere Mandantin ist seine Mutter, die mit der oben genannten Schule einen Schulvertrag abgeschlossen hat, den sie jedoch nur erhalten hat, weil es für ihr Kind einen bestimmungsgemäß vorgesehenen Freiplatz gab. Hintergrund war und ist die finanzielle Bedürftigkeit der Mutter, die eine Grundsicherung vom Staat erhält und daher damals zur Einschulung ihres Kindes das notwendige Schulgeld keinesfalls aufbringen konnte und dieses auch derzeit nicht kann. (…) Nach Ansicht unserer Mandantin und auch meiner Person sind die Kündigungsgründe nur vorgeschoben und liegen in der Tat nicht vor, sondern die Schule reut sich, ein sicherlich aufgrund seiner derzeitigen Alterssituation nicht ganz einfaches Kind damals in die Schule aufgenommen zu haben und dieses noch sozusagen „kostenlos“ im Wege einer Freiplatzregelung. Da man nun mehr „Schwierigkeiten“ mit dem Schulkind hatte und an der Mutter nichts „verdiente“, will man  ganz offensichtlich den Schulvertrag durch eine Kündigung beendigen, obwohl Kündigungsgründe nach eingehender juristischer Prüfung tatsächlich nicht vorliegen.“

Da der Rechtsanwalt sich ein eigenes Bild vor Ort im Gespräch mit der Schule gemacht hat (von dem er erzählt), verwundert es sehr, dass  auch ein junger Sachbearbeiter des Jugendamtes bei dem Gespräch anwesend war, dies jedoch keine zusätzliche Hilfe für den Fall mit sich brachte.

Eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Stuttgart konnte als einzige Möglichkeit die weitere Beschulung des Kindes sichern, was jedoch eine Art „Psychoterror“ auf Mutter und Kind seitens der Schule zur Folge gehabt habe.

Deshalb wurde die staatliche Schulaufsicht eingeschaltet. Einzelumstände wurden ausführlich schriftlich mitgeteilt. Die erste telefonische Reaktion lief darauf hinaus, dass es sich rein um unbelegte Vermutungen handeln würde, denen man nicht nachgehen könne. Eine „Totalverweigerung“ also, obwohl die Schulaufsichtsbehörde verpflichtet gewesen wäre, dem ganzen auch eigenständig nachzugehen.

Selbst ein Vorsprechen nach längerem Zögern bei der oberen Schulaufsichtsbehörde war genauso erfolglos  wie ein weiterer Versuch mit der Waldorfschule doch noch gütlich übereinzukommen.

Der letzte Ausweg, war ein gerichtliches Hauptverfahren, das nun eingeleitet wurde. Leider führte auch diese Maßnahme zu einer Enttäuschung.

Dabei war das einzige Vergleichsangebot der Schule laut Rechtsanwalt: „Unsere Mandantin möge ein pädagogisches Konzept für ihren Sohn entwickeln, damit er wieder in die Lage versetzt werde, die schulischen Leistungen zu erbringen, die für eine seiner Klasse entsprechenden Fortentwicklung notwendig seien und eine Förderungsmöglichkeit für ihn wieder positiv angenommen werden könne.“

Aus Sicht des Rechtsanwaltes kann dies weder rechtlich Aufgabe seiner Mandantin sein, noch kann irgend jemand von ihr erwarten, dass sie genau das zu erfüllen vermag, was man von Lehrern der besonderen Waldorfpädagogik erwartet, wobei genau die es ablehnen dies zu können.

Für diese Feststellung gab es jedoch keine weitere Berücksichtigung von Seiten des Gerichts.

Kann sich irgendjemand vorstellen, dass eine staatliche Schule, ein Lehrer, ein pädagogisches Konzept von Eltern verlangen würde, damit mit dem Schüler besser umgegangen werden könnte ???

Mitnichten, jede staatliche Schule, jeder dort beschäftigte Lehrer würden sich dagegen vehement verwehren, denn schließlich sind sie diejenigen, die eine lange Ausbildung absolvierten, um genau darüber Bescheid zu wissen.

An Waldorfschulen gibt es entsprechende Fachkräfte eben nicht, wohl gemerkt, weder an gängigen Waldorfschulen und schon gar nicht an Waldorfschulen, die Kinder mit besonderem Förderbedarf schulen wollen. Dies sollte damit eindeutig klar sein.

Zur gesonderten Verdeutlichung kann jeder selbst nachlesen, was eine Waldorflehrerausbildung bedeutet:

Dies hinterlässt nur einen Eindruck: von den Schulen, von den Behörden und vom Gericht im Stich gelassen, bleibt der Mutter nur noch ein privater Kampf um die Zukunft ihres Sohnes; somit sollte sich jeder aufgerufen fühlen, diese Vorkommnisse weiterzuverbreiten, damit die breite Öffentlichkeit davon erfährt.

Mir liegt eine ausführliche Aussage des Rechtsanwaltes vor (pdf-Datei, 11 Seiten), die ich an jeden weiterleite, der sich für die genauen Hintergründe und Fakten des geschilderten Falles interessiert.  Dazu genügt eine mail an elkereihl@googlemail.com mit dem Betreff:  Presseerklärung Meschenmoser

Desweiteren zeigt dieser Fall ganz deutlich, wie wichtig es ist, dass alle Eltern, die schlechte Erfahrungen mit Waldorf-Einrichtungen gemacht haben, öffentlich darüber berichten, damit von allen Seiten ernsthaft darauf eingegangen werden kann.

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