Der neue Skandal: Millionen erwirtschaftet durch Müll und trotzdem wird der Bürger abgezockt!


Langsam aber sicher dürften wir uns daran gewohnt haben, dass es viele Menschen gibt, deren Profitgier über Leichen geht. Manager, Broker, Politiker, Banker, ein Skandal jagt seit längerem den nächsten.

Aktuell gebeutelt durch die Finanzkrise, die nicht schlimmer sein könnte, erreicht uns nun die Botschaft, dass es nicht nur ganz große Herren aus Wirtschaft und Politik darauf abgesehen haben kräftig abzuzocken, sondern dass es im Kleinen genauso geschieht wie im Großen.Wer hätte gedacht, dass man plötzlich damit konfrontiert wird, dass Müll ein kostbarer Rohstoff ist? Man sollte annehmen, dass es sich dabei um eine naive Vision handeln würde, wenn man bedenkt, wie sehr wir seit mehr als einem Jahrzehnt darauf getrimmt wurden Müll aus Umweltgründen zu vermeiden.

Wir können uns auch noch alle gut an die Bilder der Müllberge in Neapel erinnern und wie sehr darüber diskutiert wurde. Außerdem haben wir es schwarz auf weiß, dass in den letzten zehn Jahren die kommunalen Müllgebühren immer weiter gestiegen sind und dass das nur damit zu tun haben kann, dass wir für die Entsorgung unseres Abfalls eben teuer bezahlen müssen. Trotz dieser logischen Zusammenhänge hat uns gestern die Sendung Frontal 21 eines anderen belehrt.

Screenshot ZDF Frontal 21

(Screenshot der Website des ZDF – Zur Sendung Frontal 21)

Die Recherche  der Redaktion hat ergeben, dass Müllverbrennungsanlagen die Energie und Wärme, die sie erzeugen so gewinnbringend verkaufen, dass über die Masse exorbitante Profite entstehen. Noch dazu handelt es sich um eine Größenordnung, die kein anderes Unternehmen nur annähernd erwirtschaftet. Die Rendite der herangezogenen Anlagen liegt im Durchschnitt bei sage und schreibe mehr als 20 %. Im Vergleich dazu sind erfolgreiche Unternehmen, wie BMW stolz darauf, wenn sie die 8 % Marke erreichen. Es ist einfach unglaublich.

Schließlich fand sich jedoch niemand der Verantwortlichen, weder aus den Verbrennungsanlagen, noch aus den Kommunen, der dazu Stellung nehmen wollte. Dafür äußerte sich ein Verwaltungsrechtler zu dem Thema und bezeichnete es schlichtweg als gesetzwidrig. Bürger werden dazu aufgerufen beim Verwaltungsgericht gegen die hohen Müllgebühren zu klagen, sogar mit der Aussicht Geld rückerstattet zu bekommen. Ein Wittenberger machte es bereits erfolgreich vor und gewann elf Prozesse. Da lohnt es sich natürlich es ihm gleich zu tun. Bleibt jedoch für mich immer noch die Frage offen, wie und warum es zu diesem Skandal kommen konnte? Immerhin verwalten die Kommunen die Müllabfuhr und bislang hieß es, dass mit unseren Gebühren der Transport und die Entsorgung des Mülls finanziert wird.

Sollte es den Kommunen wirklich entgangen sein, welches kostbare Gut sie da unentgeltlich aus den Händen geben?  So wie es die Abgeordneten im Verwaltungsrat der KfW-Bank ja auch nicht wissen konnten, welche Spekulationen von der Bank getätigt wurden? Dass Müllverbrennungsanlagen nicht geregelt für den Rohstoff, zum Beispiel per Kilopreis, bezahlt haben können, liegt auf der Hand, denn sonst wären diese Profite niemals möglich. Nur warum haben sie die Kommunen nicht dafür entlohnt und es so gemacht, wie jedes andere Unternehmen auch, welches Grundstoffe zur Weiterverarbeitung nutzt? Und warum um Gottes willen hat man uns vor Jahren nicht freudig mitgeteilt, dass wir nicht nur endlich eine Lösung für unser wachsendes Müllproblem haben, sondern dass noch dazu aus dem vermeintlich schlechten Müll ein guter lukrativer Rohstoff geworden ist? Ich frage mich wirklich, denn dann hätten wir doch gerne mehr Müll produziert, wir hätten dadurch die Wirtschaft angekurbelt und letztendlich hätten wir sehr günstige Energiepreise verzeichnen können, weil wir ja mitgeholfen hätten möglichst viel Rohstoff zur Erzeugung zu liefern?

Man hätte gut und gerne auf viel Öl und Gas verzichten können, zudem auf eine Menge Atomstrom, wenn doch unser Müll der billigste und niemals ausgehende Energielieferant gewesen wäre. Wer hätte da nicht auch seine Heizung auf Strom umgestellt? Warum sollten wir aufgrund der Neuigkeiten denn überhaupt den Müll sorgfältig trennen? Vielleicht weil die Verbrennungsanlagen immer noch ein Problem mit bestimmten Emisionen haben, die man dadurch vermeiden kann?

Oder ist es nicht vielleicht doch so, dass alles in einem Topf verbrannt wird und dass man sich dadurch zusätzlich immense Transportkosten sparen kann, weil ja die meisten Bürger ihren Trennungsmüll schön brav am Wertstoffhof abliefern? Sie sehen selbst, hier stinkt es gewaltig und zwar nicht nur aus einer Ecke. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich diese unverkennbare Korruptionsgeschichte weiter entwickelt und was noch alles ans Tageslicht kommt. Ich hoffe, die Medien werden dafür sorgen.

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