Aktuelle spirituell- esoterische Glaubenskonstrukte im Vergleich zur Lehre der Anthroposophie von Rudolf Steiner


Da ich früher selbst ein Esoterik Insider war, somit die Szene genau kenne und ich mich intensiv mit der Waldorf- Pädagogik und der Lehre Rudolf Steiners auseinandergesetzt habe, möchte ich Ihnen veranschaulichen, welche Parallelen vorhanden sind, die heute noch Geltung haben.

Ich möchte damit einen Beitrag zur Aufklärung leisten, weil ich es höchst bedenklich finde, den im folgenden beschriebenen Weltanschauungen Glauben zu schenken. Ich will darauf aufmerksam machen, dass in diesen Kreisen das Mittel der Manipulation vorherrscht und auch als legitim erscheint, weil man immer einem höheren elitären Auftrag untersteht, dem man Folge leisten muss und wodurch man davon überzeugt ist vieles geheim halten zu müssen, weil es von den meisten nicht verstanden werden könne.

Der Begriff Esoterik bedeutet im Prinzip nichts anderes als der „innere Kreis“ und damit wird impliziert, dass es sich bei Esoterikern um bestimmte Menschen handelt, die ein höheres Bewusstsein erlangt haben und die somit Wissen und Fähigkeiten besitzen, die der Masse der Menschheit bisher verborgen blieben. Daraus lässt sich an erster Stelle folgern, dass Esoteriker einen extrem elitären Anspruch vertreten. Die Grundlage des esoterischen Weltbildes bildet die Annahme, dass neben der realen, sichtbaren Welt auch eine unsichtbare, feinstoffliche Welt existiert, die miteinander in Verbindung stehen und die von Menschen ab einer gewissen Bewusstseinsstufe durch Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit und Hellfühlen erkannt und gedeutet werden können. Dabei entziehen sich auf diesem Wege erlangte Erkentnisse jeglicher Wissenschaftlichkeit, auf die man jedoch in diesen Kreisen gerne verzichtet, weil man davon überzeugt ist, dass ein rein rationales Denken von Unbewusstheit zeugt und somit kein Verständnis für die eigentliche Wahrheit haben könne. Durch die sogenannten „Geistigen Gesetze“ wird es möglich, dass sich jegliches Weltgeschehen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erklären lässt, weil es einerseits keinen Zufall gäbe und andererseits immer die Korrelation gelte, Innen wie Außen, Oben wie Unten, Mikrokosmos gleich Makrokosmos. Dabei wird die Entwicklung der Menschheit und der gesamten Natur einem höchsten Bewusstsein unterstellt, das evolutionär wirke und hinführe, eine positive Weiterentwicklung zu gewährleisten.

In allem, was ist, wird das Potential der göttlichen Vollkommenheit als verankert gesehen, wobei der freie Wille des Menschen dafür verantwortlich gemacht wird, dass dieses Potential „verschmutzen“ könne, bzw. nicht zur Entfaltung gelange. Egoanliegen, die auf Macht und Anerkennung abzielten, spielten dabei die größte Rolle, weil sie erst überwunden werden müssten, um höheres Denken zu erlangen. Es gilt den eigenen Lebensplan, den man sich selbst für dieses Leben mitgebracht hat, zu erkennen, und Karma (Fehlverhalten), das in früheren Leben aufgebaut wurde, zu lösen. Somit befindet sich der Mensch auf einem Weg der Erkenntnis, ähnlich dem in der Schule, in der es zu lernen gilt um weiterzukommen, und dafür stünden ihm viele Leben zur Verfügung, die je nach Lernerfahrung aufeinander aufbauten, um die eigene Weiterentwicklung zu unterstützen, bis man die eigentliche Vollkommenheit wieder bewusst erlangt habe. Wer dieses Stadium erreicht hat, gilt als „erleuchtet“ und weiß, dass er damit die Aufgabe habe andere zur Erleuchtung zu führen, denn alles sei Eins und das Endziel könne nur erreicht werden, wenn sich jeder wieder in seiner ursprünglichen Vollkommenheit befinde.

Dahinter verbirgt sich natürlich ein immenser Missionsgedanke, wenn eigene Ziele immer von der gesamten Menschheit abhängig gemacht werden.

Die Thematik hat sich in den letzten Jahren extrem verschärft, denn man geht in der Szene davon aus, dass in unserer Gegenwart ein noch nie da gewesener Entwicklungssprung eingeleitet worden sei, der 2012 seinen Höhepunkt erreichen werde. Dieser sogenannte „Aufstieg“ solle nicht nur die Menschheit, sondern auch den Planeten Erde in eine höhere Dimension führen, die einen paradiesähnlichen Zustand in Aussicht stelle. Dieses Bestreben werde von der Geistigen Welt gefördert und unterstützt, jedoch immer nur analog zu der Stufe, die das kollektive menschliche Bewusstsein bereits erlangt habe. Das will heißen, dass einerseits der gesamte und somit erfolgreiche Aufstieg von einer bestimmten Anzahl „Erweckter“ abhängig gemacht werde und andererseits, dass die Geistige Welt um so mehr unterstützend eingreifen dürfe, je mehr Menschen dieses Anliegen bewusst erkannt hätten und auch verfolgen würden. Weil jedoch die Hilfe der Geistigen Welt sehr ernst genommen wird, spricht man in den letzten Jahren vermehrt von der Inkarnation ganz alter Seelen oder Engelswesenheiten, die sich freiwillig auf die Erde begäben, um die Entwicklung voranzutreiben. Dies seien die Kinder der Neuen Zeit, die mit einem offenen Bewusstsein auf diese Welt kämen und jeden Erwachsenen mit der Wahrheit belehren könnten. Man spricht auch davon, dass der Aufstieg mit einer Schwingungserhöhung einhergehe und dass jeder Mensch, der Bewusstheit erlangt habe, höher schwinge und somit das Ziel für alle vorantreibe, sowie von den besonderen Kindern, die die höchste Schwingung bereits auf die Erde mitbrächten. Dass diese Kinder, in der Vorstufe genannt Indigo Kinder und heute genannt Kristall Kinder, in unserer materialistisch geprägten Welt wenig zurecht kommen würden, weil ihre Schwingung so hoch sei, dass sie niedere Schwingungsfrequenzen als Störfelder betrachten würden, erscheint sehr plausibel.In der Regel gelten sie in der realen Welt als hyperaktiv bzw, werden mit dem ADS- Syndrom diagnostiziert.

Hier ein Link zu spirituell- esoterischen Aussagen über die Kinder der Neuen Zeit

Es handelt sich also nicht mehr um Kinder, die in der Esoterik- Szene gesehen werden, sondern um sehr weise Wesenheiten, die einen göttlichen Auftrag unterstützen und somit die wichtigsten Helfer der Menschheit zum Aufstieg darstellen.

Dass man diese besonderen Seelen im menschlichen Kleid anders behandeln muss, liegt auf der Hand. Somit fühlt man sich gezwungen nach Einrichtungen zu suchen, die dafür geeignet sind, weil man sich schließlich selbst von dieser Allmacht der Kinder abhängig macht und diese höchste Begabung natürlich erhalten und weiter entfalten lassen will.

Die einzigen Institutionen, die mir zur Förderung eines offenen Bewusstseins, welches Zugang zur Geistigen Welt verschafft, bekannt sind, sind Waldorf- Kindergärten und Schulen.

Da der Urvater der Waldorf- Pädagogik, Rudolf Steiner, eine eigene Lehre ins Leben brachte, die er, wie behauptet wird, durch Hellsicht der Geistigen Welt entnahm und die in keinster Weise auf allgemein gültige esoterische Grundlagen verzichtet, dürften seine Einrichtungen sehr wohl geeignet sein.

Da sich die Philosophie und die Pädagogik Steiners wiederum an der Esoterik und deren Inhalt der Bewusstseinsentwicklung zum „guten“ Menschen orientiert, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass Träger und Angestellte von Waldorf- Schulen großes Eigeninteresse an den Kindern der Neuen Zeit haben dürften, um ihre eigenen Ziele der Entwicklung voranzutreiben und um dazu zu helfen die Welt in eine bessere Zeit zu führen.

Um genügend Schüler zu erhalten und dadurch höhere Ziele zu verwirklichen erscheint es wiederum legitim, das eigene Wissen um die Wahrheit des Seins zu verbergen, wenn man doch weiß, dass das Bewusstsein der meisten Menschen noch nicht ausreicht, um das verstehen zu können.

Andererseits hat man sehr wohl erkannt, dass sich Eltern in der Regel sehr geschmeichelt fühlen, wenn man Kinder als etwas Besonderes bezeichnet, die es individuell und kreativ zu fördern gilt ohne Stress und ohne Benotung.

Wenn diese Argumente ausreichen, um meist akademisch gebildete Eltern dazu zu bringen ihre Kinder in Waldorf Einrichtungen zu schicken, gibt es auch keinen Anlass Interna preiszugeben, wobei man selbst sowieso davon überzeugt ist, dass es keinen Zufall gebe und diese Eltern, auch wenn es ihnen nicht bewusst sei, dem Lebensplan des Kindes Folge leisten.

Andererseits schreckt man in entsprechenden Einrichtungen nicht davor zurück, Kinder über ihr besonderes Bewusstsein zu informieren und ihnen subtil zu vermitteln, dass bestimmte Geheimnisse gehütet werden müssen, um höhere Aufträge zu erfüllen.

Um deutlich zu machen, dass sich die Anschauung Rudolf Steiners im Prinzip mit der heutigen Esoterik deckt, möchte ich auf die folgende Schrift Steiners aufmerksam machen. Ich empfehle jedem Interessierten die Gesamtausgabe, die über den angegebenen Link aufzurufen ist, komplett zu lesen.

Die Geistige Führung des Menschen und der Menschheit“ (1911) von Rudolf Steiner

Und ein weiterer Beitrag von mir zum Thema Waldorf:

Mythos Reformpädagogik am Beispiel der Waldorf- Schulen

Ein Gedanke zu “Aktuelle spirituell- esoterische Glaubenskonstrukte im Vergleich zur Lehre der Anthroposophie von Rudolf Steiner

  1. (…)“Anthroposophie versteht sich nicht als Religion, sondern
    als Geistes- und Geheimwissenschaft, die Zugang
    zu höheren Welten vermitteln will. Das anthroposophische
    Welt- und Menschenbild sowie die Lehren Rudolf
    Steiners stehen gnostischem/esoterischem Denken und
    einer Mysterienreligion näher als dem biblisch-christlichen
    und reformatorischen Erbe. Das anthroposophische
    Geheimwissen lässt sich mit dem auf der biblischen
    Offenbarung gründenden christlichen Glauben an den dreieinigen Gott nicht vereinbaren.“(…)

    http://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/erzbistum/seelsorge/bildung_und_dialog/refidi/_galerien/download/Antroposophie_Flyer_Druckversion.pdf

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