Rauchverbotsdebatte als Mittel zum Zweck


Da das Rauchverbot heftige Diskussionen auslöst und aktuell gerichtlich wieder gelockert wurde, stellt sich die Frage wie es in der Auseinandersetzung weitergeht. Man kann beobachten, dass es sowohl bei Rauch-Befürwortern als auch bei Rauch-Gegnern bereits recht militante Gruppen gibt und es scheint so, als ob es bei der unabdingbaren Durchsetzung ihres jeweiligen Interesses um Leben und Tod ginge. Dabei wäre es doch so einfach es beiden Lagern recht zu machen, wenn man die Wirte entscheiden ließe, ob sie ihr Lokal verraucht oder rauchfrei präsentieren wollen. Es verlangt doch der gesunde Menschenverstand, dass so viel Toleranz in einer Demokratie vorhanden sein müsste, wenn es doch darum geht, dass sich niemand, den der Rauch stört, gezwungenermaßen in einem Raucherlokal aufhalten bräuchte.

Auf mich wirkt das Ganze wie eine verhärtete Grundsatzdiskussion, die mit dem Thema Rauchen nur einen Auslöser zum Kampf gefunden hat. Man kämpft um das Recht auf Gesundheit, was beinhaltet, dass man verlangt vor allem Schädlichen abgesichert zu werden und zwar insoweit, dass es dabei keine Rolle spielen darf, ob man mit bestimmten Schadstoffen selbst in Berührung kommt oder nicht. Denn man hat ja als Gutmensch auch die Verpflichtung andere zu schützen, weil man genau weiß, was krank macht und was nicht.

Da kann man nur hoffen, dass die aufgebrachten Anti-Rauch Kämpfer durch das aktuelle Gesetzesurteil keinen Herzinfarkt erleiden, bei so viel Aufregung, denn es gibt noch andere Faktoren, die sehr ungesund sind. Dies sollte man dabei nicht vergessen und es wäre zu unpassend, wenn man gerade im Kampf gegen Rauch, also im Kampf gegen einen Herzinfarktauslöser, selbst von der Krankheit getroffen werden würde, ohne sich dem schädlichen Einfluss von Rauch auszusetzen.

Da man jedoch davon ausgehen kann, dass sich das Kampfverhalten des Anti-Raucher- Lagers nicht erledigt hat, selbst wenn gar nicht mehr geraucht werden darf, ist klar, da es dann genügend neue Themen gibt, die angegangen werden müssen, um Gesundheit zu sichern.

Deshalb habe ich mir erlaubt ein fiktives Zukunftsszenario aufzubauen, damit es mal wieder etwas zu lachen gibt.

In diesem Sinne, hier eine Science-Fiction Geschichte, die da lautet:

Wir schreiben das Jahr 2015 und neuste Untersuchungen haben ergeben, dass die Lebenserwartung von Männern und Frauen in den letzten sieben Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist, im Durchschnitt um fünf Jahre. Gleichzeitig sind die Schadstoffbelastungen in den letzten Jahren reduziert worden, wie nie zuvor und somit hat man heute die besten gesundheitlichen Voraussetzungen. Renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben sich nun zusammengeschlossen, um die Ursache dafür zu erforschen mit einem erstaunlichen Ergebnis. Man hat festgestellt, dass die Bildung von Antikörpern des Immunsystems stark zurückgegangen ist, weil es heute zu wenige Antigene ( Fremdkörper) gibt, die das Abwehrsystem fordern. Vergleichbar mit den Auswirkungen eines übertriebenen Hygienewahns verursachen somit harmlose Erreger ernsthafte Krankheiten, die sehr schnell zum Tode führen, weil keine Abwehrkräfte mehr vorhanden sind, die nur über die Konfrontation mit Schadstoffen gebildet werden können und heute zuwenig existieren, um ein stabiles Immunsystem auszubilden.

Da es praktisch nicht möglich ist, dauerhaft die noch so kleinsten Erreger zu meiden, wäre die einzige Lösung wieder für mehr „Schmutz“ zu sorgen, um sich erst mal ganz gering dosiert und langsam steigernd damit zu umgeben. Vielleicht könnte man Menschen mit einem noch guten Abwehrsystem dazu auffordern in Kneipen zu rauchen, damit jedem eine Quelle zum Antikörperaufbau zur Verfügung stünde, die er erst sehr begrenzt und dann für einen längeren Zeitraum nutzen könnte. Dazu wäre es sinnvoll, dies gesetzlich zu verankern, was „starke“ Menschen verpflichten würde zu rauchen, im Sinne des Gemeinwohls.

Advertisements

2 Gedanken zu “Rauchverbotsdebatte als Mittel zum Zweck

  1. Hallo,
    schmunzeln kann man darüber ganz sicher.

    Ich habe gestern erst wieder eine Debatte über die Gerichtsentscheidung zum Nichtraucherschutz gesehen.

    In meinen Augen war das alles nur Gerede, keiner wollte wirklich etwas für die Nichtraucher tun, sondern sich nur mit einer in ihren Augen, sehr guten Interpretation der Gerichtsentscheidung, profilieren.

    Wenn man wirklich etwas tun wollte, könnte man es auch, aber solange wir solche Selbstdarsteller haben, die uns sagen wollen, wo es lang geht, wird sich nicht wirklich etwas ändern und Deine Zukunftsvision wird wohl noch lange auf sich warten lassen. Gesundheitsinteresse hört da auf, wo der Umsatz zu sinken droht.

    Gruß
    Karsten

    Gefällt mir

  2. Lieber Karsten,

    Ich habe den Bericht nicht gesehen. Ich kann aber deine Aussage
    „Gesundheitsschutz hört da auf, wo Umsätze sinken“ vollkommen unterstreichen. Wobei meine Meinung dazu höchstwahrscheinlich etwas anders ausfällt, als von dir gedacht.
    Man bedenke, dass Unsummen an Geldern mit der Krankenversorgung und mit der Gesundheitsprophylaxe verdient werden und dass man dabei nur von Krankheit und der Angst vor Krankheiten profitiert. Wer von denen, die innerhalb dieser Bereiche ihr Einkommen generieren, sollte Interesse daran haben, arbeitslos zu werden? Würden jedoch deren Umsätze drastisch zurückgehen, würde es auch für den Staat ein enormes Steuerdefizit bedeuten und somit müsste das Haushaltsloch über neue Quellen gestopft werden. Dies würde somit jeden Bürger direkt oder indirekt über den Konsum betreffen. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Verfechter des Gesundheitsschutzes auch neue Prioritäten setzen würden, wenn es ihren eigenen Umsätzen an den Kragen ginge.
    Ein Staat wie unserer ist eben ein Organismus, in dem alles voneinander abhängt und aufeinander aufbaut, und wer in einem solchen Gemeinwesen leben will, sollte nicht vergessen, dass wenn er Glieder aus dieser Kette eliminiert, sich immer auch selbst beschneidet.
    Somit habe ich sehr wohl Verständnis für den Einraumgastwirt, dessen Existenz bedroht ist, und dafür dass ihm in dieser Situation der Schutz der Gesundheit weniger wichtig ist. Jeder sollte mal selbst darüber nachdenken, wie er sich in einer vergleichbaren Lage verhalten würde.
    Dabei ist es vollkommen natürlich, dass jeder Mensch einen Selbsterhaltungstrieb besitzt, der sich an eigenen Bedürfnissen orientiert, und ändert sich die Lebenssituation, ändern sich auch primäre Bedürfnisse.
    Da die Diskussion, was ist gut und was ist schlecht, nie objektiv geführt werden kann und es offensichtlich ist, dass vermeintlich Schlechtes auch nie komplett ausradiert werden könnte, bringt der Vernichtungskampf niemanden wirklich weiter.
    Keiner kann behaupten geschweige denn beweisen, dass Rauchen oder Passivrauch unabdingbar schaden muss, wenn es doch auch eine nicht geringe Anzahl an Menschen gibt, die bis ins hohe Alter damit lebten ohne an Lungenkrebs oder einem Herzinfarkt zu erkranken. Man kommt nicht umhin, diesen Menschen zuzugestehen, dass es ihnen nicht geschadet hat, alles andere wäre gelogen. Ich sehe es ganz nüchtern, denn wer würde auf die Idee kommen Blütenpollen vernichten zu wollen, wo man doch genauso weiß, dass viele Menschen allergisch reagieren und sehr darunter leiden. Die Lösung ist auch hier die, dass Anfällige den Erreger so gut es geht meiden, wobei die Pollen im Gegensatz zu den Rauchern nicht in bestimmten Räumen konzentriert werden können.
    Ich will damit sagen, dass Pollen für einen Allergiker sehr wohl eine Gesundheitsgefahr darstellen und dies von nicht Betroffenen genauso wenig von der Hand zu weisen ist. Meidet der Allergiker den Kontakt der Auslöser schützt er sich, wobei ihm bewusst ist, dass er sich nicht um Nichtallergiker kümmern muss. Man kann den Spieß drehen und wenden wie man will, denn eine eindeutige Wahrheit, die für jeden Geltung hat, gibt es nicht. Deshalb gilt die Devise leben und leben lassen, indem man dafür sorgt eigene Grenzen abzustecken und dafür Räume zu schaffen, dies jedoch auch allen Andersdenkenden zugesteht, wenn man noch dazu weiß, dass man sich immer auch selbst in irgendeiner Weise Schaden zufügt, wenn man vermeintlich Schlechtes ausradiert und noch dazu wenn man nie behaupten kann, dass Schadensverursacher für einen selbst, nicht für andere problemlos oder gar angenehm sein könnten.

    Gruß,

    Elke

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s